Bohemian Dreams: Dogdays of Summer

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Zwei Freundinnen haben in Graz ein „Don´t-Waste-Our-Planet“ Unternehmen gegründet, um ein Zeichen gegen die Überproduktion von Kleidung und Fast Fashion Industrie zu setzen. Sie verkaufen ihre Vintage Stücke Online und haben gerade ihre neue Sommerkollektion „Bohemian Dreams“ gelauncht. Wir haben mit Diana und Clarissa über ihre Mission in der nachhaltigen Modebranche gesprochen.

Wann und warum ist Dogdays of Summer entstanden?

Wir waren schon immer große Vintagefans und fanden es schade, dass das Grazer Angebot leider sehr beschränkt war. Im Februar 2014 — in Berlin — kamen wir dann auf die träumerische Idee, doch selbst einen solchen Laden zu eröffnen. Da wir uns das zeitlich und finanziell als Schülerinnen und Studentinnen allerdings noch nicht leisten konnten, sahen wir unsere Chance in dem Onlineshop. So konnten wir auch herausfinden, ob in Graz genügend Nachfrage besteht, um letztendlich vielleicht doch ein Geschäft zu eröffnen.

Was bedeutet eigentlich Dogdays of Summer?

Man könnte den Namen sogar wortwörtlich übersetzten und käme auf die richtige Bedeutung — die extrem heißen Tage im Sommer, die Hochzeit des Jahres sozusagen. Wir wollten etwas, das an Roadtrips durch Wüsten erinnert, an Sommer, Sonne, Sand und mehr.

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Welche Motivation vereint immer mehr Frauen und Männer auf der Suche nach Vintage oder Secondhand Kleidung?

In den letzten Jahren fragen sich viele Leute beim Kauf ihrer Kleidung vermehrt, wo sie herkommt, wer sie produziert hat und welche Ressourcen dafür aufgebracht wurden — auch Chemikalien und Giftstoffe spielen dabei eine tragende Rolle. Beim Kauf von Vintagekleidung sind diese Fragen überflüssig, da man ja bereits gebrauchte Dinge wiederverwertet. Ein weiterer Pluspunkt ist die Individualität der Teile, die noch dazu zu guten Preisen für sehr gute Qualität gewährleistet wird.

Wonach suchen eure KundInnen und was finden sie bei euch?

Oftmals ist das Problem bei Vintagekleidung, dass sich viele nicht vorstellen können, wie das Teil cool und modern getragen werden könnte. Durch unsere Präsentation an echten Menschen, das Styling und die Fotos bringen wir unseren Kunden und Kundinnen jedes einzelne Teil auf einer neuen, aufgewerteten Ebene näher — das können dann auch ganz ausgefallene Stücke sein, oft sogar in die ausgeflippte Richtung der 80er. Sätze wie „Hätte mir gar nicht gedacht, dass das so cool aussehen kann“ sind da keine Seltenheit 😉

Wie würdet ihr Vintage definieren? Worin besteht der Unterschied zwischen Vintage und Secondhand?

Oftmals wird Vintage im Internet als „Kleidung, die älter ist als 20 Jahre“ definiert. Für uns ist sie aber noch viel mehr: Einzeln ausgesuchte, besondere Stücke, die jedes für sich eine eigene, lange Geschichte hat. Die Kleidung wurde außerdem oft in Europa produziert und weist eine Qualitätsstufe auf, die es heute kaum noch gibt.  Die letzten Sommersandalen von H&M secondhand zu kaufen ist natürlich immer noch besser, als sie neu in einem Shop zu erstehen, doch hindert das die Teile nicht vor schnellem Abnützen und Auswaschen. Viele verkaufen auch einfach ihre brandneuen Sachen, weil sie nach einmaligem Tragen bemerkt haben, dass sie beim Kauf doch nicht gut genug nachgedacht haben. Das alles kann einem bei Vintage nicht passieren.

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Wo findet ihr eure Schätze? Was sind eure Kriterien beim Einkauf?

Das Finden unserer Stücke ist für uns wie eine Schatzsuche — immer und überall. Egal ob im Ausland, in Antiquitätenläden, Second-Hand-Stores, Flohmärkte oder bei Leuten zu Hause, wir nützen jede Gelegenheit, um an besondere Teile zu kommen.

Trägt ihr persönlich Vintage und warum?

Bestimmt 80% unseres Kleiderschranks ist Vintage! Wir lieben die Vielfalt und Einzigartigkeit der Teile und die Vorstellung, auf diese Weise Gutes für unseren Planeten zu tun. Und wie bereits erwähnt — auch die Qualität von Vintagemode ist deutlich besser!

Wie kommt es zu dieser Umwertung, dass das Altmodische wieder schick wird?

Ganz oft kommt es einfach nur auf das Styling und die Kombination an — manche Sachen sehen auf der Stange langweilig aus, getragen werden sie aber zum It-Piece. Wir würden auch gar nicht „Altmodisches“ sagen — vielleicht „Altes“, aber mit neuem Spirit und frischem Wind. Und man braucht nur einen Blick auf die Laufstege und in die Shops werfen: Auch die neueste Mode ist von früher inspiriert.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

Unser größter Traum, auf den wir aktuell hinarbeiten, ist ein eigener, physischer Shop. Leider ist das in Graz nicht so einfach, da das Angebot an passenden Geschäftslokalen sehr rar ist. Aber vielleicht hat ja jemand einen Tipp und könnte uns bei der Suche helfen? Wir würden uns wahnsinnig freuen! :)

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Dogdays of Summer
www.dogdaysofsummer.at
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New Collection: hier

Fotos: Dogdays of Summer

2 Comment

  1. Danke für den wunderbaren Post ihr lieben Lieben!

    1. Yuno says: Antworten

      Liebend gerne! Ihr seid einfach top!

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